Vom NSU bis nach Wuppertal - Ein Vortrag mit NSU-Nebenklageanwalt Dr. Mehmet Daimagüler

Audio Mittschnitt des Vortrag von Mehmet Daimagüler, Nebenkläger des NSU-Prozess über den Prozess. 

https://archive.org/details/NSUProzessUmruchUniWuppertal


Der NSU-Prozess überschreitet mit dem 382. Verhandlungstag deutlich den
Umfang eines vollen Kalenderjahres. Immer wieder verzögern neue
Erkenntnisse, unzureichende Vernehmungen und ausweichende Aussagen von
Zeug*innen den Prozessverlauf. Neben dem erschreckenden Ausmaß der
rechtsterroristischen Gewalt des NSU weitet sich auch der Skandal um die
Beteiligung des Verfassungsschutzes immer weiter aus. Dabei stellt
sich hier nicht mehr nur noch die Frage nach dem generellen

Organisationsapparat des VS, sondern mittlerweile auch nach dem Ausmaß
rechter Strukturen und Tendenzen weit über den NSU-Komplex hinaus.
Während vielerorts
und auch vor dem Hintergrund der Bundestagswahl von einem aktuellen
Rechtsruck gesprochen wird, zeigt sich sowohl gesellschaftlich als auch
institutionell schon lange eine deutliche Kontinuität rechter Gewalt,
sowie extrem rechter Denk- und Handlungsmuster, die im momentanen
Stimmungsbild wieder einen für legitim erklärten und sich ideologisch
festigenden Ausdruck gefunden haben.

Der Rechtsanwalt Dr. Mehmet Daimagüler, Mitglied im Kuratorium des Deutschen Instituts für
Menschenrechte, begleitet den NSU-Prozess als Vertreter der Nebenklage
bereits von Beginn an. Motiviert durch ein persönliches, sowie
fachliches Interesse an der Aufarbeitung rechter Gewalttaten und bspw.
rassistischer Hintergründe im Rahmen der gesellschaftlichen Diskussion
engagiert er sich über die juristische Ebene hinaus für antirassistische
Aufklärungsarbeit und für eine stärkere Debatte und Benennung extrem
rechter Gewalt.

Am Montag, den 30.10.2017 wird Mehmet Daimagüler von seinen
Erfahrungen und Erkenntnissen innerhalb des NSU-Prozesses berichten und
Stellung zu den Vorwürfen gegen Verfassungsschutz und Co beziehen.
Daran anschließend soll auch über die Kontinuität rechter Gewalt,
insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorfall vor dem AZ Wuppertal 2015
diskutiert werden.

Im Anschluss an den Vortrag wird es wie immer auch Raum für Fragen
und Diskussion geben.

Der Eintritt ist frei - Spenden für NSU-Watch sind erwünscht.
Sie protokollieren alle Verhandlungstage und informieren über den Prozess und seine politische Dimension.