Nachgelagerte Studiengebühren

 

Der Ring-Christlich Demokratischer Studenten [sic!] (RCDS) möchte Studiengebühren wieder salonfähig machen. Wie sie glauben, dies etwas weniger plump als ihre Kolleg*innen der FDP, schaffen zu können?

Mit dem Konzept der „nachgelagerten Studiengebühren“.

 

Hierbei sollen Akademiker*innen nach Abschluss ihres Studium und dem Einstieg in den Beruf für ihr Studium bezahlen. Hierbei soll zum Beispiel die erzielte Einkommenshöhe berücksichtig werden. Getreu der alten Argumentation „Wer von einem Studium profitiert, sollte dies auch mitfinanzieren und sich nicht bei der Allgemeinheit durchschnorren dürfen“ sollen so Studiengebühren scheinbar „sozialverträglich“ wieder eingeführt werden.

 

Warum dies unter unter einer künftigen Landesregierung nicht passieren darf:

 

1. Bildung ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Bildung ist keine private Investition, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss daher vom Staat finanziert werden. Wir alle haben ein Interesse daran gut ausgebildete Ingenieure, Natur- und Gesellschaftswissenschaftler, Mediziner, auch Lehrer und viele weitere zu haben.

 

2. Bildungsgebühren schaffen soziale Schranken

Auch wenn erst nach dem Studium abkassiert wird, allein die Aussicht auf Schulden und hohe Kosten (zusätzlich zum BAföG möglicherweise) schreckt bereits viele Nicht-Akademiker*innenkinder von der Aufnahme eines Studiums ab. Diese sozialwissenschaftliche Erkenntnis sollten auch Konservative und Liberale nicht mehr leugnen dürfen. Bereits heute studieren unterdurchschnittlich wenige aus Arbeiter*innenhaushalten, was ein untragbarer Zustand ist.

 

3. Spitzen- und Vermögenssteuer statt „Akademiker*innensteuer“

Nachgelagerte Studiengebühren stellen im Grunde nichts anderes dar, als eine gesonderte Akademiker*innensteuer. Da Bildung jedoch – wie gesagt – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt, sollte diese von allen finanziert werden. Dies kann gerecht nur durch eine höhere Spitzen- und Vermögenssteuer geschehen, deren Einnahmen dann zu Teilen in den Bildungssektor gelenkt werden.

 

4. Bürokratiemonster

Die Berechnung einer zusätzlichen „Akademiker*innensteuer“ würde zusätzlichen Arbeitsaufwand im Finanzamt bedeuten, der so in keiner Relation steht. Den Arbeitsaufwand einer gesonderten Berechnung mit X-Variablen ist unsinnig und wird zu neuen Ungerechtigkeiten führen

Spaltung der Gesellschaft
Die Wirtschaftsliberalen und Konservativen starten hier letzendlich einen weiteren Anlauf, die Gesellschaft zu spalten. Diesmal in Akademiker und Nicht-Akademiker und versuchen diese gegeneinander auszuspielen. Dies ist ein altes Muster und zum Beispiel in Fragen von Migration noch viel weitreichender zu beobachten.

 

5. Spaltung der Gesellschaft
Die Wirtschaftsliberalen und Konservativen starten hier letzendlich einen weiteren Anlauf, die Gesellschaft zu spalten. Diesmal in Akademiker und Nicht-Akademiker und versuchen diese gegeneinander auszuspielen. Dies ist ein altes Muster und zum Beispiel in Fragen von Migration noch viel weitreichender zu beobachten.

Conclusio: Es gibt keine sozial-verträglichen Studiengebühren!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Rebecca Broder (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:01)


    I really like reading a post that can make people think. Also, thank you for permitting me to comment!